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Aktien

Wie Aktien kaufen?

Um Aktien zu kaufen, benötigen Sie ein Wertschriftendepot. Ein solches können Sie als mündige, volljährige Person bei einer Bank oder einem Wertschriftenbroker Ihrer Wahl eröffnen. Für die Aufbewahrung der Aktien und die damit verbundenen administrativen Aufgaben, wird die Bank oder der Broker eine Depotgebühr erheben.

Wenn Sie mit Computer und Internet vertraut sind und Ihre Aktienstrategie selber umsetzen, sollten Sie zu einem Onlinebroker gehen. Die Gebühren für den Online-Kauf und Verkauf von Aktien, sowie auch die Depotgebühr sind deutlich günstiger als bei einer beratenden Bank.

Bei einer klassischen Bank oder einem Vermögensverwalter werden Sie mehr für den Service bezahlen. Dafür dürfen Sie auch mehr Beratung erwarten. Gute Beratung sollte Ihnen auch etwas wert sein!

Um Aktien zu kaufen, müssen Sie der Bank oder dem Broker einen Börsenauftrag erteilen. Je nach Vereinbarung kann das via Internet, via Telefon, via E-Mail, via Fax, via Brief oder am Bankschalter geschehen. Ein vollständiger Börsenauftrag sollte die folgenden Angaben beinhalten:

Geschäftsart

Kauf oder Verkauf

Anzahl

Stückzahl der Aktien

Wertpapier

eindeutige Identifikation der Aktie via Wertpapier-Kennnummer
Deutschland und Österreich: WKN
Schweiz: Valorennummer
International: ISIN oder Symbol

Limite

1. mit Limite oder bestens (bestens heisst zum aktuellen Börsenkurs)
2. Art der Limite (Limit, Stop-Loss, Stop-buy)
3. Höhe der Limite in Handelswährung
4. Wie lange hat die Limite Gültigkeit?

Börsenplatz

An welcher Wertpapierbörse soll der Auftrag platziert werden?

Um Missverständnisse und Fehler bei Börsengeschäften zu vermeiden, sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit einen Auftrag vor dem Abschicken nochmals sehr genau kontrollieren. Entspricht der Wert von Anzahl Aktien x Kurs dem von Ihnen beabsichtigten Investitionsbetrag? Auch ist es empfehlenswert über Ihre Aufträge Buch zu führen. Behalten Sie eine Kopie des Auftrags in Ihren Akten. Die meisten Missverständnisse geschehen bei mündlichen Aufträgen, wo schnell etwas vergessen gehen kann. 

Warum Aktien kaufen?

Welche Gründe sprechen für Aktien und welche dagegen?

Es gibt tausend Gründe nicht in Aktien zu investieren:
Aktien sind riskant! Es gibt X Gefahren auf der Welt, die dem Aktienmarkt schaden könnten. Hier eine lange Liste von möglichen Gefahrenquellen. (Wenn Sie sich sicher sind, dass etwas davon bald eintreffen wird, sollten Sie mit dem Kauf noch zuwarten)

Naturkatastrophen:
-Erdbeben (Kalifornien, Grossraum Tokio, Grossraum Istanbul)
-Tsunamis
-Vulkanausbrüche (Mega-Vulkäne in Yellow Stone oder Neapel, kein Flugverkehr, Dunkelheit und Kälte)
-Hurrikanes (USA)
-Klimawandel (extremes Wetter, steigender Meeresspiegel)
-Dürre & Fluten

Versorgungsengpässe:
-Hungersnot
-Erdöl wird knapp (Peak Oil)
-Wichtige Rohstoffe gehen aus (Seltene Erden)
-Wirtschaftskrieg (Blockaden, Embargos, Strafzölle etc)

Krieg:
-Naher Osten
-Indien / Pakistan (Atommächte)
-China / USA
-Terroranschläge

Weltweite Rezession:
-Fehlendes Wachstum aus Asien (China)
-globale Finanz und Schuldenkrise (Europa, USA, Japan, GB)
-Inflation, Stagflation, Deflation
-lähmende Depression

Wer all diese Gefahrenquelle vorgeführt bekommt, fragt sich, warum überhaupt jemand auf die Idee kommt in Aktien zu investieren! Was ist das Argument welches für Aktien spricht?

Es gibt einen Grund in Aktien zu investieren:
Das überzeugende Argument ist die Rendite. Langfristig kommt ein Anleger, der sein Geld gewinnbringend anlegen und vor Inflation schützen möchte, an Aktien nicht vorbei. Es ist schlichtweg die Anlageklasse mit der höchsten Rendite. Dies ergibt ein Vergleich der jährlichen Langzeit-Renditen verschiedener Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere und Gold. Die Renditen sind real gerechnet, was bedeutet, dass von der Rendite die Inflation abgezogen wird. Daher sind einige Anlageklassen wie Geldmarkt im Durchschnitt sogar negativ! (Quelle: CS Global Investment Yearbook 2011).

Rang

Anlage

jährliche Rendite
(real seit 1900)

1

Aktien Australien

7.4%

2

Aktien Schweden

6.3%

3

Aktien USA

6.3%

4

Aktien Kanada

5.9%

5

Aktien Grossbritannien

5.3%

6

Aktien Schweiz

4.2%

7

Aktien Japan

3.8%

8

Aktien Deutschland

3.1%

9

Anleihen Schweden

2.4%

10

Anleihen Schweiz

2.1%

Anleihen Kanada

2.1%

11

Geldmarkt Schweden

1.9%

12

Anleihen USA

1.8%

13

Geldmarkt Kanada

1.6%

14

Anleihen Grossbritannien

1.4%

Anleihen Australien

1.4%

15

Geldmarkt USA

1.0%

Realer Goldpreis  in USD

1.0%

Geldmarkt Grossbritannien

1.0%

16

Geldmarkt Schweiz

0.8%

17

Geldmarkt Australien

0.7%

18

Anleihen Japan

-1.1%

19

Geldmarkt Japan

-1.9%

Anleihen Deutschland

-1.9%

20

Geldmarkt Deutschland

-2.4%

Konträre Aktienstrategie

Die Konträre Anlage-Strategie – antizyklisch investieren (Contrarian)

Die konträre Strategie ist die eigentliche Königsklasse des Markttimings! Erfolgreich gegen den Strom zu schwimmen kann sehr sehr lukrativ sein, verlangt aber am meisten Kraft, Nerven und Können!

Die Erkenntnis, dass sich der Anleger nicht kühn und kalkuliert von Fakten leiten lässt, sondern von Herdentrieb und Gefühlen, führte zu einer verstärkten Forschung im Bereich von Behavior-Finance. Die Erkenntnis lautet, dass sich Investoren oft nicht rational sondern emotional verhalten. Das lässt den Schluss zu, dass der Börsenkurs nicht den fairen Wert einer Aktie widerspiegelt, sondern ein durch Panik und Gier getriebener Kurs. Das nutzt ein konträrer (antizyklischer) Anleger aus.

Der wichtigste Indikator für einen konträren Anleger ist sein Bauchgefühl. Der Contrarian schwimmt stets gegen den Strom und darf sich unter keinen Umständen vom Herdentrieb anstecken lassen.

Wenn nämlich die ganze Welt von Panik und Krise sprich, kauft er mutig Aktien zu Schnäppchenpreisen ein. Und wenn alle Anlageberater auf Aktien setzen und der Taxifahrer Aktientipps abgibt, erkennt er das drohende Ende des Booms und verkauft seine Aktien zu Höchstpreisen. Tief kaufen, hoch verkaufen. So einfach tönt es in der Theorie, doch so schwierig ist es in der Praxis. Wenn nämlich wirklich alle anderen gegenteiliger Meinung sind, gerät man selbst in Zweifel ob man das Richtige tut. Zeitungen, Internetportale, Professoren und Anlageberater. Alle stossen Sie stets ins gleiche Horn! Sich mutig auf die entgegengesetzte Seite zu stellen erfordert Mut, Ausdauer, Disziplin und eine gewisse Bauernschläue.

Hier einige Regeln aus der Konträren-Anlagestrategie:

-buy on bad-news, sell on good news (bei schlechten Nachrichten kaufen, bei guten Nachrichten verkaufen)

-nicht in fallende Messer greifen (fallende Messer sind Titel, die an ihren Problemen gänzlich zugrunde gehen werden)

-Turnaround-Stories (Unternehmen, die einen Turnaround schaffen, bieten ein riesiges Kurspotential)

-unbeliebte Anlagen berücksichtigen (wenn sich alle Anleger bei den "Mode-Trends" der Finanzwelt auf den Füssen stehen, können zu unrecht verpönte Anlagen mehr Potential bieten)

-Themen entdecken, bevor sie heiss laufen (guter Riecher haben für Themen, bevor der Kurs explodiert und jeder Anlageberater sie empfiehlt. Z.B. Seltene-Erden-Aktien, Apple, Starbucks, Gold, etc)

-never chase the market! (dem Markt nicht hinterher rennen! Verpasste Gelegenheiten sein lassen!)

Als berühmte Contrarian, die sowohl in Boom-Phasen als auch in Krisen einen kühlen Kopf bewahrten, gelten:

-Warren Buffet

-Kostolany

-und viele weitere

gefuehle eines aktienanlegers behavior finance

prozyklische Strategie

Die pro-zyklische Aktien Strategie

Die meisten Anleger, die versuchen aktiv in Aktien ein und auszusteigen, werden wohl bei einer pro-zyklischen Strategie enden. Das bedeutet, dass sie Aktien kaufen, wenn die Stimmung gut ist und der Aktienmarkt steigt, und dass sie Aktien verkaufen, wenn Aktien einbrechen und die Stimmung schlecht ist. Dieses Verhalten kann gefährlich sein, wenn Sie zu spät in den Markt einsteigen. Dann kaufen Sie zu hohen Kursen und verkaufen zu tiefen Kursen, was zu Verlusten führt.

Mit genügend Disziplin lässt sich aber auch eine pro zyklische Strategie erfolgreich umsetzen. Bereits gibt es in der Finanzindustrie zahlreiche Anlagevehikel, die bei einem Crash sofort aus den Aktien aussteigen und erst wieder in den Aktienmarkt einsteigen, wenn die Turbulenzen vorbei sind und sich die Börse wieder gemächlich nach oben bewegt. Dabei werden Risikokennzahlen wie die Volatilität und der Trend laufend überwacht und beim Eintreten eines Crashs sofort verkauft. Dies ist sicher eine gute Methode, um das Risiko zu kontrollieren und grosse Verlust zu vermeiden. Doch es muss auch gesagt werden, dass mit einer solchen Strategie niemals zu den tiefsten Kursen wieder gekauft wird, sondern erst nach dem sich der Aktienmarkt bereits wieder kräftig erholt hat. In schlechten Aktienmärkten wird sich eine solche Strategie gegen eine "kaufen und halten Strategie" durchsetzen. In guten Aktienmärkten und bei einer schnellen Erholung aus einer Krise wird sich aber das "Kaufen und Halten" durchsetzen.

Wie können Sie eine solche pro zyklische Strategie umsetzen?

Um überhaupt von einer Strategie zu sprechen, müssen Sie Disziplin, also einen Plan haben. Ansonsten schwimmen Sie einfach mit dem Strom, was gefährlich ist, weil sie sich kurz vor dem Platzen der Blase noch zu Aktienkäufen hinreissen lassen und dann im Abwärtsgang zu lange zuschauen. Disziplin erreichen Sie durch das setzen von Limit und Stop-Loss Aufträgen. Mit einem Stop-Loss Auftrag können Sie Gewinne auf Ihren Aktienpositionen absichern.

Beispiel Stop-Loss Strategie:

Wenn Sie zum Beispiel Daimler bei 30 gekauft haben und die Aktie stehen heute bei 50, können Sie einen Stop-Loss-Auftrag bei 40 setzen. Sobald Daimler die 40 berührt, wird Ihr Verkaufsauftrag aktiviert, egal ob sie im Urlaub sind oder beim Tennis. Somit können Sie sich vor unerwarteten Rückschlägen schützen und haben immer noch 10 Euro Gewinn pro Aktie gesichert. Wenn die Aktie weiter steigt statt auf 40 sinkt, bleibt Ihr Verkaufsauftrag unausgeübt und sie machen die Kurssteigerungen weiterhin mit. Bei gutem Kursverlauf können Sie dann den Stop-Loss von der Limite 40 auf 50 erhöhen. Klar kann es dumm gehen und die Aktie wird per Stop-Loss verkauft und kurz danach steigt der Kurs wieder deutlich – ohne Sie. Doch das Risiko beschränkt sich eher auf entgangene Gewinne als auf exorbitante Verluste. Wenn bei einem Crash der Aktienmarkt 50% verliert, werden Sie Ihre Stop-Loss Aufträge hoffentlich so gesetzt haben, dass sie längst im Trockenen sitzen.

Beim Einstieg ist Vorsicht geboten, wenn die Aktien bereits gut gelaufen sind und sie die ersten 20-30% verpasst haben. Seien Sie in dem Fall eher skeptisch und setzen Sie Ihre Kaufaufträge limitiert, um von tieferen Kursen bei einem Rückschlag gebrauch zu machen.

Wenn die Aktien nach einem heftigen Rückschlag immer noch günstig aussehen, sollten Sie auf ein Limit verzichten. Seien Sie nicht zu knausrig! Unter Umständen verpassen Sie den Einstieg wegen ein paar Cents und hätten ansonsten das Geschäft Ihres Lebens gemacht.

pro-zyklische-DAX-Strategie

 

Kaufen und Halten Strategie

Die Kaufen-und-halten-Strategie (buy and hold Strategie)

Vertreter dieser Methode sind wieder die grossen, langfristig orientierten Anleger der Portfolio-Strategie. Die Argumente für eine Buy-and-hold-Strategie sind:

• Es ist unmöglich den richtigen Einstiegs und Ausstiegszeitpunkt zu finden. Im Gegenteil kann sogar viel Geld vernichtet oder gute Gewinne verpasst werden, wenn versucht wird, aktiv in den Aktienmarkt ein und auszusteigen.

• Wirtschaftswachstum, Dividendenausschüttungen und Inflation sorgen dafür, dass Aktien langfristig immer steigen werden. Langfristig bedeutet in dem Fall mindestens ein Anlagehorizont von 15 Jahren, bei dem mit Aktien in jedem Fall ein Gewinn resultieren sollte.

Wenn also eine Pensionskasse Anlagegelder für 40 Jahre anlegen soll, wird sie immer einen strategischen Teil in Aktien anlegen, weil sich mit Aktien die höchste Rendite erzielen lässt und Aktien die Inflation schlagen.

Diese "Kaufen und halten Strategie" ist in den letzten Jahren als untauglich abgestempelt worden. Dies weil in den zehn Jahren von 2000 bis 2010 der Aktienmarkt nicht gestiegen ist. Heutzutage suchen Anleger den schnellen Anlageerfolg und die Renditen werden im Monatsrhytmus auf den Prüfstand gelegt. Daher werden in der Vermögensverwaltung heute zunehmend aktive Timing-Strategien als die neue Wunderwaffe angepriesen. Doch letztendlich wird es nur wenigen Vermögensverwalter gelingen, über längere Zeit erfolgreich die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte für ihre Kundengelder zu finden.

 

  

USA


Langfristig sind Aktien ein Gewinn! Vergleich US-Aktien mit Geldmarkt und Staatsanleihen seit 1900 (aus dem CS Global Investment Yearbook 2011)

Wann Aktien kaufen?

Das Timing, also der richtige Einstiegszeitpunkt und der richtige Ausstiegszeitpunkt, ist ein entscheidender Faktor, um erfolgreich in Aktien zu investieren. Eines vorneweg:

Es ist unmöglich beim günstigsten Kurs einzusteigen und auf dem Höchstkurs wieder zu verkaufen.

Sie sollten sich also nicht ärgern, wenn Ihnen das nicht gelungen ist.

Wann ist also der richtige Zeitpunkt Aktien zu kaufen?

a) immer

b) wenn die Aktienkurse steigen

c) wenn die Aktienkurse fallen

Eine richtige Antwort gibt es nicht, weil Ihnen jeder Vermögensverwalter die Frage anders beantworten wird. Jede der drei Antworten führt zu einer anderen Timing Strategie:

a) die langfristige Kaufen-und-Halten-Strategie (buy and hold Strategie)

b) eine prozyklische Strategie

c) eine antizyklische Strategie

Portfolio Strategie

Die Portfolio Strategie ist so etwas wie der Supertanker unter den Anlagestrategien. Langsam, aber stetig. Bei einer Portfolio-Strategie werden möglichst viele Wertpapiere gekauft, die einander optimal ergänzen. Dadurch wird das Risiko deutlich reduziert, welches durch den Kurseinbruch einer einzelnen Aktie entsteht. Es wird aber auch die Chance auf überdurchschnittliche hohe Gewinne reduziert. Schlussendlich wird sich eine Portfolio-Strategie immer mit dem Gesamtmarkt entwickeln. Wer diese Strategie wählt, weiss was er hat: den Durchschnitt aller Aktien.

Die Portfolio Strategie hat ihre Wurzeln in der Portfolio-Theorie nach Markowitz. Diese besagt, dass in einem effizienten Markt alle Informationen bereits in den Aktienkursen enthalten sind, und dass es daher unmöglich ist, kontinuierlich in Aktien zu investieren, die besser abschneiden als der Markt. Früher oder später wird es zu einem Unfall kommen. Daher fährt langfristig am besten, wer alle Aktien kauft und langfristig, über alle Wirtschaftszyklen investiert bleibt. Durch diese Diversifikation, kann das Ausfallrisiko reduziert werden. Durch die Kombination von Werten, deren Kurse sich nicht im Gleichschritt entwickeln (tiefe Korrelation), kann die Schwankung (Volatilität) und somit das Risiko des Gesamt-Portfolios gesenkt werden. Was sehr theoretisch klingt, lässt sich wie folgt vereinfachen:

"Weil wir nicht wissen, welche Aktien in Zukunft glänzen und welche abschmieren, kaufen wir alle!"

Haben wir ein Depot mit Aktien aus der ganzen Welt und aus allen Sektoren, erleiden wir weniger Verlust, wenn Solar-Aktien gegen die Wand fahren, als wenn wir aus Wachstumsüberlegungen nur auf Solar-Aktien gesetzt hätten! Natürlich gilt auch: weniger Gewinn im Falle eines Booms von Solar-Aktien.

Die Portfolio Strategie kann nicht nur auf Aktien angewandt werden, sondern gilt für alle Anlageklassen. Kombiniert man Aktien mit Anleihen, Rohstoffen und Immobilienfonds kann man das Risiko-Ertrags-Profil noch weiter verbessern.

Um alle Aktien zu kaufen, bieten sich Indexanlagen an. Ein Index ist eine Zusammenstellung von allen Aktien in einem bestimmten Bereich. Es gibt unzählige verschiedene Indexe: die grössten deutschen Aktien werden im DAX abgebildet, europäische im Eurostoxx50 und US-Aktien im S&P 500. Es gibt auch Indexe, die weltweit alle Aktien aus einem Sektor zusammenfassen. Wer weltweit in alle Industrieländer investieren will, greift zum MSCI World Index.

Auf diese mathematischen Indexe werden Indexfonds (ETF Exchange Traded Funds) aufgelegt, die dem Anleger mit einer Transaktion eine Anlage in duzende bis tausende von Aktien ermöglicht. Vor allem institutionelle Anleger wie Pensionskassen investieren aus Sicherheitsgründen sehr indexnah.

Auch in der Portfolio Strategie gibt es Kennzahlen. Diese dienen dem Portfolio Manager dazu, das Risiko des Portfolios und der Einzelwerte zu messen. Damit kann er ein Portfolio zusammenstellen, das sowohl punkto Risiko als auch Rendite gut aufgestellt ist.

Kennzahlen im Portfolio Management:

-Beta

-Alpha

-Volatilität

-Korrelation

-R2

Charttechnik

Was ist Charttechnik?

Die Charttechnik ist eine Analyse-Methode für Aktien und andere Börsenwerte. Dabei zählen bei der Charttechnik nur harte Fakten. Nämlich die Börsen-Kurse der Vergangenheit. (Ein Chart ist ein Preisdiagramm)

Dabei gibt es diverse Ansätze, wie die vergangene Kursentwicklung auf die Zukunft zu übertragen ist. Obwohl zahlreiche Kritiker die Charttechnik als Hokuspokus verteufeln, gibt es Händler und Fonds, die mit Charttechnik erfolgreich arbeiten. Ein Erfolgsfaktor der Charttechnik, welcher letztendlich zum Erfolg führt, ist die extrem hohe Disziplin. Kursziele und Widerstände können mathematisch berechnet werden. Verläuft der Kurs wie erwartet, bleibt der Händler investiert, bricht er aus dem vorausgesagten Muster aus, wird sofort die Notbremse gezogen und verkauft. Grosse Verluste sind somit begrenzt. Aber wenn der Erfolg ausbleibt, können sich bekanntlich auch viele kleine Verluste zu einem grossen Verlust auftürmen.

Ein weiterer Faktor, der für Charttechnik spricht, ist das Herdenverhalten der Investoren. Steigt der Kurs, springen immer mehr Investoren auf und ein stetiger Kursverlauf lockt weitere Anleger auf den fahrenden Zug (positiver Trend). Sobald der Kurs aber ins Stocken gerät und aus dem gewohnten Muster ausbricht, bekommen die Anleger kalte Füsse und wollen alle gleichzeitig durch die einzige Tür den Zug verlassen, was bekanntlich nicht geht (Trendumkehr).

Beispiel:
Ein Charttechniker kann sich dies zunutze machen, indem er Kurse analysiert und versucht einen Wert zu finden, der gerade ins Rollen kommt aber noch nicht volle Fahrt aufgenommen hat. Erwischt er einen guten Einstieg, kann er warten, bis weitere Anleger auf den Wert aufmerksam werden und so den Kurs hochtreiben. Seine Verkaufslimits hat er dabei so gesetzt, dass sofort verkauft wird, wenn der Kurs vom Trend abweicht, noch bevor die Herde darauf reagieren kann. Dies ist die sogenannte Trendfolge-Strategie.

positiver trendkanal

Natürlich ist auch die Charttechnik nicht das einzig wahre Erfolgsrezept. Sie lässt sich aber ideal mit anderen Analysen kombinieren, um den Einstiegs und Ausstiegszeitpunkt zu optimieren. Wahre Chart-Gurus, die nur auf Charttechnik schwören, kümmern sich dagegen nicht im Geringsten um den zugrundeliegenden Wert. Es kann eine Aktie, Zinsen oder Schweinebäuche sein! Hauptsache schöne Kursmuster!

In der Chartanalyse gibt es zahlreiche Instrumente, um die weitere Kursentwicklung vorauszusagen. Sie lassen sich in zwei Klassen einteilen: Chart-Formationen und Technische-Indikatoren.

 

Chart-Formationen

Chart-Formationen sind Kursmuster, die sich in den Charts einzeichnen lassen. Anhand dieser Muster können Trends, Widerstände, Unterstützung und Trendumkehr prognostiziert werden. Die wichtigsten Formationen sind:

- Trendlinien und Trendkanäle

trendkanal

 

- Dreiecks-Formationen

steigende-dreiecks-formation

- Untertassen

untertassen-formation

- Zweifach und dreifach Hoch (sowie zweifach- und dreifach Tief)

zweifachhoch

 

- Schulter-Kopf-Schulter

schulter-kopf-schulter-formation

- Flagge

- Keil

- Wimpel

- Rechteck

- Elliot-Wellen

- und weitere

 

Technische-Indikatoren

Die Indikatoren sind statistische Werte, die sich anhand von Grössen berechnen lassen wie: Preisentwicklung, gehandeltem Volumen, Entwicklung des Gesamt-Aktienmarkts usw. Jeder Indikator hat eine andere Aussagekraft und kann helfen, einen Kauf oder Verkaufsentscheid zu treffen. So lässt sich zum Beispiel die Schwungkraft einer Kursbewegung anhand des Momentums messen. Oder die relative Stärke (RSI), ein Wert der zwischen 0 und 100 ausfallen kann, zeigt auf, ob ein Titel eher überverkauft oder überkauft ist.

Wichtige Indikatoren sind:

- Gleitender Durchschnitt (Moving Average -> MA)

- Momentum

- RSI (Relative Strength Index)

- Stochastik

- Williams Range

- Bollinger Bänder

Technische Analyse

Die Technische Analyse besteht aus der Markttechnischen Analyse und der Charttechnik.

Bei einer markttechnischen-Analyse wird die technische Verfassung des Marktes anhand von unterschiedlichen Indikatoren untersucht. Die markttechnische Analyse befasst sich vereinfacht ausgedrückt mit folgender Frage: Wer oder was treibt die Kurse? Grosse Investoren, kleine kurzfristige Händler, Angst, Panik, Herdenverhalten usw. Die markttechnische Analyse befasst sich auch mit der Charttechnik, geht aber noch darüber hinaus, indem sie die Kursmuster zu erklären versucht. Wichtige Indikatoren sind beispielsweise Umsatz, Volatilität aber auch die Verhaltensökonomie sowie Stimmungsindikatoren.

Bei der Charttechnik werden die Preisdiagramme (Charts) von handelbaren Werten wie Aktien, Zinsen, Rohstoffen und Devisen untersucht. Dabei kommen Chart-Formationen sowie auch Technische-Indikatoren zum Einsatz. Chartformationen sind Kursmuster in den Charts, wie beispielsweise Trendkanäle, Dreiecke oder gar eine Untertasse. Solche Muster zeigen Trends auf, die sich in die Zukunft fortsetzen können. Bricht der Kurs aber vom vorgesehenen Trend aus, löst dies ein Verkaufs oder Kaufsignal aus und läutet meist ein neues Muster oder Trend ein. Technische-Indikatoren sind mathematische Werte, die sich anhand der Kurse errechnen lassen. Sie geben z.B. Aufschluss über die Schwungkraft einer Kursbewegung.

Die Wachstumsstrategie

Die Wachstums-Strategie (engl. Growth-Strategy) geht einen anderen Ansatz. Hier werden durch Kennzahlen Aktien ausgewählt, die ein besonders hohes Wachstum bieten. Es werden also die Apples und Starbucks von morgen gesucht. Überflieger, die das Zeug zum Durchbruch haben! Dabei sind andere Kennzahlen wichtig als das Kurs/Gewinn Verhältnis. Wo ein Substanz-Wert-Anleger bei KGV's unter 10 zugreift, weisen Wachstums-Titel oft ein KGV von 40 oder höher aus. Oft ist das KGV sogar negativ, weil das Unternehmen Verlust macht, aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen in neue Produkte und Technologien.

Wachstums-Titel werden aufgrund des Gewinn-Wachstums (EPS Growth), Umsatzwachstums (Sales Growth) und KGV/Wachstums-Verhältnis (PEG (Price-Earning to Growth Ratio)) ausgewählt. Auch bei dieser Strategie heisst es wiederum: Sich nicht von Traumzahlen blenden lassen, sondern gesunden Menschenverstand walten lassen! Wir erinnern uns gerne an die Dot-Com-Blase, als alles was mit Internet zu tun hatte durch die Decke ging. Wichtig ist also auch das Gespür für das Produkt des Unternehmens. Hat die Welt auf dieses neue Produkt gewartet? Sind Sie vom Produkt überzeugt und würden es sogar selber kaufen? Wenn Sie von einem Produkt begeistert sind oder das neue Ladenkonzept genial finden, ist das bereits ein guter Indikator, dass die Aktie Potential hat. Haben Sie aber eigentlich keine Ahnung was das Unternehmen überhaupt produziert? Ist es zu komplex um zu beschreiben, sollten Sie besser die Finger davon lassen!

Lassen Sie sich nicht von hohen Wachstumsversprechen täuschen ohne sich selbst davon überzeugt zu haben. Immer wieder werden Privatanleger via dubioser Börsenbriefe und Mails zum Kauf des nächsten, aber jetzt noch geheimen, Überfliegers gelockt. Doch wenn die Kursexplosion tatsächlich kurz bevorsteht, warum behalten die Gurus den Tipp dann nicht für sich, sondern teilen ihn ausgerechnet mit Ihnen? Aus purer Menschenliebe?

Die Substanzwert-Strategie

Die Substanzwert-Strategie wird auch englisch Value-Strategie genannt. Der Kern der Strategie ist es, Aktien zu identifizieren, dessen Substanz günstig bewertet ist. Als Substanz bezeichnet man das eigentliche Vermögen eines Unternehmens, welches nach Abzug der Schulden übrig bleibt. Es wird bei der Substanzwert-Strategie also nach Aktien gesucht, dessen Eigentum (Fabriken, Patente, Beteiligungen, Rohstoffvorkommen usw.) möglichst ohne Aufpreis oder sogar mit einem Abschlag zum aktuellen Börsenkurs gekauft werden kann. Von Nutzen ist dabei vor allem das Kurs/Buchwert Verhältnis. Aber auch weitere Kennzahlen (Kurs/Gewinn Verhältnis, Kurs/Cashflow Verhältnis) sowie eine Studie der Bilanz können hilfreich sein, um Substanz-Perlen aufzuspüren.

Substanzwerte werden in der Annahme gekauft, dass der Aktienmarkt die Aktie nicht genügend hoch bewertet, und dass sich dieser Bewertungsunterschied über die Zeit abbauen und somit der Kurs steigen sollte.

Doch Achtung! Meist werden die Kennzahlen dann besonders attraktiv, wenn sich der Aktienkurs im Sinkflug befindet. Leider werden die Gewinnschätzungen erst später korrigiert und die vermeintlichen "Traum-Kennzahlen" entpuppen sich als Farce. Immerhin bildet die Value-Strategie so einen antizyklischen Ansatz, indem Unternehmen gekauft werden, die an der Börse bereits Federn gelassen haben. Das Kunststück ist also, tief bewertet Unternehmen aufzuspüren, die keine strukturellen Probleme aufweisen, sondern nachhaltiges Potential haben!

Liste mit Aktien inklusive KGV und KBV

Die Dividenden-Strategie

Die Dividendenstrategie basiert auf Aktien, die eine nachhaltige und hohe Dividende ausschütten. Über die Zeit gesehen, bilden die Dividendenerträge eine wichtige Einnahmequelle für den Aktieninvestor. Zudem verfügen Unternehmen, die eine hohe Dividende zahlen können, über eine solide Bilanz und ein gewinnbringendes, etabliertes Geschäftsmodell. Die Dividendenerträge kann der Anleger als persönliche Einnahmequelle nutzen oder er kann sie wieder in die Aktien reinvestieren.

Eine Dividendenstrategie ist eher eine konservative Aktienstrategie, die sich für langfristig orientierte Anleger eignet, die auf Erträge angewiesen sind. Ein Kritikpunkt an der Dividendenstrategie lautet, dass Unternehmen, die Gewinne ausschütten, statt sie in neue Produkte und Technologien zu investieren, eher lahm sind, weil es ihnen an Innovationskraft und Geschäftsideen mangelt.

Als Anleger können Sie selber anhand der Dividendenrenditen, die in der Finanzpresse oder im Internet veröffentlicht wird, eine Aktienauswahl vornehmen. Dabei ist nicht nur die aktuelle Höhe der Dividendenrendite ausschlaggebend, sondern vor allem deren Nachhaltigkeit. Eine hohe Dividendenrendite kann nämlich auch ein Abbild eines stark gesunkenen Kurses sein, welcher die lausige Dividende aus dem Vorjahr plötzlich im Verhältnis zum tiefen Aktienkurs glänzen lässt. Doch kann die Dividende im neuen Jahr auf dem gleichen Niveau gehalten werden? Es gilt also aufzupassen keine Dividendenperlen zu kaufen, die sich im nachhinein als faule Eier entpuppen, weil die Dividende gekürzt wird. Anleger, die selbst eine solche Einschätzung und Auswahl nicht vornehmen können oder wollen, sollten zu einem Aktienfonds greifen, welcher auf einer nachhaltigen Dividendenstrategie basiert.

Liste mit Aktien mit hoher Dividendenrendite:

 

Bedeutung der Dividende für die Anlagerendite

Die Bedeutung der Dividende ist enorm und sollte nicht unterschätzt werden. Dies zeigt der untenstehende Vergleich zwischen dem DAX und dem DAX-K Index. Der Dax enthält die grössten Deutschen Aktien und rechnet deren Dividenden mit ein. Der DAX-K ist das Ebenbild des DAX, zeigt aber nur die reine Kursentwicklung, ohne Dividende.

In den letzten 10 Jahren liess sich mit dem DAX eine Rendite von +132% erreichen, also 8.7% pro Jahr.

Ohne die Dividenden wäre man aber bei +69% gelandet, also nur 5.3% pro Jahr. Die Dividenden machen für den langfristig orientierten Aktienanleger somit mehr als ein Drittel des gesamten Ertrags aus

 

DAX vs DAX K

Aktien KGV Dividendenrendite und KBV

DAX Werte im Kennzahlencheck 2013: Dividendenrendite, KGV und KBV

gelbekartedeutschlandWelche DAX-Aktien sind 2013 günstig, welche teuer?

Um Aktien bewerten und vergleichen zu können, sind Kennzahlen aus der Unternehmensanalyse sehr hilfreich. Mit Hilfe von Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis und Dividendenrendite, lassen sich die Aktien vergleichen und ein gutes Gesamtbild über den Zustand der einzelnen Werte erlangen.

Doch Kennzahlen sind immer nur eine Momentaufnahme. Eine hohe Dividendenrendite ist für den Anleger sehr schön. Doch kann die hohe Dividende in den nächsten Jahren auch gehalten werden?

Ein tiefes KGV lässt eine Aktien billig erscheinen. Doch wenn die Gewinnentwicklung dieser Aktie rückläufig ist, ist der Wert plötzlich nicht mehr günstig sonder teuer bewertet. Solche Gedanken sind in den Kennzahlen nicht enthalten, jeder Anleger muss sie für sich selbst beantworten können, bevor er eine Investition tätigt.

(Stand per 18.12.2012, keine Kaufempfehlung, reine Information)

Die Dividendenrendite stützt sich auf die erwartete Dividende für das Geschäftsjahr 2012, welche im Frühjahr 2013 ausbezahlt wird.
Das KGV stützt sich auf den erwarteten Gewinn pro Aktie für das Geschäftsjahr 2012. Das KBV auf den zuletzt bilanzierten Buchwert des Unternehmens.

Aktie Geschäftstätigkeit Dividende  KGV
KBV
adidas
Sportartikel 1.8% 17.9 2.4
Allianz Versicherung 4.6% 9.1 0.9
BASF Chemie und Energie 3.6% 13.4 2.6
Bayer Pharma 2.5%  13.2  3.0
Beiersdorf Körperpflege 1.3%  28.8 4.3
BMW Automobil 3.6% 9.3 1.5
Commerzbank Bank 0% 11.7 0.3
Continental Automobilteile 2.3% 8.2 1.8
Daimler Automobil 5.3% 8.8 0.8
Deutsche Bank Bank 2.3% 8.8 0.5
Deutsche Börse Börse 5.6% 12.5 1.5
Deutsche Post Logistik 4.5% 12.8 1.7
Deutsche Telekom Telekom 8.2% 13.3 1.2
Deutsche Lufthansa Fluggesellschaft 1.7% 23.1 1.1
E.ON Versorger 5.1% 6.3 0.7
Fresenius Gesundheitswesen 1.5% 16.2 2.1
Fresenius Med Care Gesundheitswesen 2.5% 18.6 2.3
Heidelberg Cement Baustoffe 1.2% 15.8 0.6
Henkel Vz Haushaltsartikel 2.4% 16.4 2.6
Infineon Technologies Halbleiter 2.2% 13.9 1.6
K+S Düngemittel 4.2% 12.1 2.0
LANXESS Chemie 1.4% 10.2 2.3
Linde Industriegase 2.0% 17.2 1.8
Merck Pharma 1.7% 13.6 2.1
MunichRE Versicherung 5.0% 7.8 0.9
RWE Versorger 6.5% 7.7 1.2
SAP Software 1.4% 19.8 5.1
Siemens Industrie 3.7% 14.2 2.3
Thyssen Krupp Stahl 1.0% k.A. 1.5
Volkswagen Vz Automobil 2.2% 4.7 1.0

Die Unternehmensanalyse

Das Gegenstück zur Makro-Analyse, bildet die Unternehmens-Analyse (Teil der Fundamental Analyse)

Unternehmensanalyse Definition

Die Unternehmensanalyse ist ein Bestandteil der Fundamental-Analyse der Finanzanalysten. Bei der Unternehmensanalyse wird ein Unternehmen analysiert, um festzustellen ob der aktuelle Aktienwert fair ist. Mittels Kennzahlen werden Bilanz und Erfolgsrechnung bewertet. Es kommen aber auch Qualitätskriterien zum Einsatz.

Unternehmensanalyse in der Praxis

Bei der Unternehmensanalyse wird zuerst das einzelne Unternehmen bewertet. Es wird also nicht vom Grossen (Weltwirtschaft)  ins Kleine (Aktie), sondern vom Kleinen ins Grosse vorgestossen. Dieser Ansatz wird auch als Bottom-Up-Ansatz verstanden. Es werden also zuerst die einzelnen Unternehmen durchleuchtet und Aktien mit Potential ausgewählt, die dann das Aktien-Portfolio bilden. Beliebt ist auch eine Kombination aus Top-Down und Bottom-Up, indem zuerst Sektoren gesucht werden die Wachstumspotential haben, um dann innerhalb des Sektors, diejenigen Aktien ausgewählt werden, welche in der Unternehmensanalyse am besten abschneiden.

 

Unternehmensanalyse Kennzahlen

Entscheidend bei der Unternehmensanalyse ist, dass die unterschiedlichen Aktien miteinander verglichen werden können. Dazu gibt es Kennzahlen, welche die Bilanz und Erfolgsrechnung diverser Unternehmen miteinander vergleichbar machen. Natürlich können die Aktien auch aufgrund von Qualitätsmerkmalen ausgewählt werden (Produkte, Management). Besser eignet sich aufgrund der schieren Anzahl an Aktien ein quantitativer Vergleich anhand von den wichtigsten Unternehmenskennzahlen. Leider gibt es keine Kennzahl, die den anderen absolut überlegen ist. Daher müssen Anleger von Titel zu Titel beurteilen, welche Bewertungsmethode am aussägekräftigsten ist. Das macht die Bewertung von Aktien zu einer Kunst und nicht zu einer exakten Wissenschaft.

  

Ertragskennzahlen

Dividendenrendite (Dividend-Yield)

Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) (Price/Earning-Ratio)

• Kurs/Cashflow-Verhältnis (KCV) (Price/Cashflow-Ratio)

• Kurs/Umsatz-Verhältnis (KUV) (Price/Sales-Ratio)

• Eigenkapitalrendite (Return on Equity)

  

Substanzkennzahlen

Kurs/Buchwert-Verhältnis (Price Book Ratio PBR)

• Kurs/Substanzwert-Verhältnis

  

Barwert-Konzept

Das Barwert-Konzept sucht die Antwort auf folgende Frage: Was ist die Aktie aufgrund der in Zukunft erwarteten Zahlungsströme heute wert? Das Resultat ist der abdiskontierte Barwert zukünftiger Zahlungsströme. Dabei können Gewinne, Dividenden oder Cashflow abdiskontiert werden. Als Kapitalisierungssatz kann der WACC oder der CAPM dienen:

• DDM: Dividend Discount Model (Diskontierung der Dividenden)

• DCF: Discounted Cashflow (Diskontierung des Cashflows)

EPS Diskontierung (Earnings per Share, Gewinn pro Aktie)

• Kapitalisierungssatz: WACC (Weighted Average Cost of Capital, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten)

• Kapitalisierungssatz: CAPM (Capital Asset Pricing Model

 

Aktien Kennzahlen: Liste einiger Aktien mit KGV, KBV und Dividendenrendite

 

Aus der Unternehmensanalyse können (unter anderem) die folgenden drei Anlagestrategien abgeleitet werden:

Dividenden-Strategie

Substanzwert-Strategie (Value-Ansatz)

Wachstums-Strategie (Growth-Ansatz)

Die Makro Analyse

Die Makro Analyse (Teil der Fundamental Analyse)

Die Makroökonomie ist Teil der Volkswirtschaftslehre und befasst sich mit gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen wie dem Arbeitsmarkt, Gütermarkt, Geldmarkt und Wertpapiermarkt.

Ein Makro-Analyst beurteilt also die wirtschaftliche Grosswetterlage. Er liest Zeitungen und Studien, informiert sich über den Welthandel, die Entwicklung von Inflation, Arbeitslosigkeit, Länder, Branchen und einzelnen Regionen. Danach erstellt er eine Prognose über die zukünftige Entwicklung dieser Grössen. Anhand dieser Prognosen können dann Aktien ausgewählt werden, die in besonders wachstumsstarken Industrien oder Regionen tätig sind.

Die Makro-Strategie versucht also das Bild von oben zu zeichnen und danach vom Groben (Grosswetterlage) ins Kleine (Titelauswahl) vorzustossen. Dieser Ansatz wird auch als Top-Down-Ansatz verstanden.

Natürlich muss man kein Makro-Ökonom sein, um eine eigene Makro-Strategie zu entwerfen. Vielleicht sind Sie selber sehr belesen oder Sie sehen als Berufstätiger hinter die Entwicklung Ihres Wirtschaftssektors. Sobald Sie eine eigene Meinung zur Wirtschaft haben, können Sie daraus Ihre Makro-Strategie ableiten.

Eine Makro-Strategie ist auch sehr Themen basiert. Welche Themen dürften in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aktuell werden? Wo lauern demnach die erfolgversprechendsten Aktien? Sind es Solar-Aktien? Oder Internet-Aktien? Oder Asiatische Aktien?

In einem zweiten Schritt müssen dann in dem ausgewählten Thema die besten Aktien ausgewählt werden.

Nehmen wir die Solar-Industrie als Beispiel:
Die Prognose zu stellen, dass Solarstrom zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielt und ein hohes Wachstum verzeichnen wird, dürfte eine richtige Prognose sein.
Doch das heisst noch nicht automatisch, dass deswegen alle Solar-Aktien durch die Decke gehen. Trotz hohem Wachstum kann es kurzfristig Überkapazitäten, Preiskämpfe und ein Verdrängungswettbewerb unter den Anbietern geben, was auf die Aktienkurse drückt. Deshalb muss in diesem zweiten Schritt die Überlegung gemacht werden, ob die aktuellen Aktien-Preise Ihre Wachstumsprognose für die Solarindustrie bereits berücksichtigen oder nicht. Falls Sie mehr Potential in Solar-Aktien sehen als die Börse, müssen Sie kaufen. Entweder Sie kaufen über einen Fonds alle Aktien im Solar-Bereich, oder Sie wählen eine oder mehrer Einzeltitel aus, denen Sie zutrauen in Zukunft die Marktführerschaft anzutreten oder aber vom Wachstum nachhaltig zu profitieren.

Dieses Vorgehen vom Groben ins Kleine, der Top-Down-Ansatz, ist das Grundmuster der Makro-Strategie. Es lässt sich nun auf sämtliche Anlageschwerpunkte anwenden, die Ihre Makro-Analyse als lohnenswert identifiziert hat.

Aktien Analyse

Welche Aktien kaufen? Das ist eine gute Frage, die jeder Investor anders beurteilt. Grundsätzlich wirft man nicht mit Dartpfeilen auf die Aktienkursliste der Börsenzeitung, um die Titelauswahl zu bestimmen. Am Anfang steht eine gründliche Analyse. Dabei gibt es unzählige von Methoden um Aktien mit Potential aufzuspüren. Grundsätzlich lassen sie sich nach 3 Stilrichtungen unterscheiden: die Fundamental-Analyse, die technische Analyse und die Portfolio-Analyse.

   

Fundamental-Analyse

Technische-Analyse

Portfolio-Analyse

Makro-Analyse:
-Marktentwicklung
-Zukunftstrends
-Länderanalyse
-Branchenanalyse

Markttechnische-Analyse

Chart-Technik

-Volatilität

-Korrelation

-Diversifikation

-Beta

Unternehmens-Analyse

-Unternehmensbewertung
(Kennzahlen, Barwerte)

 

 

 

 

 

 

  

Stark vereinfacht ist es folgendermassen:

Der Fundamental-Analyst studiert die Bilanz der Firma und Prognosen der Industrie. Dadurch errechnet er den fairen Wert einer Aktie und falls die Aktie an der Börse günstiger zu haben ist, greift er zu.

Der Technische-Analyst studiert die Kursbewegungen der Vergangenheit. Dadurch versucht er Muster zu erkennen und Prognosen für die Zukunft zu stellen. Er kauft eine Aktie, weil Sie in einen Aufwärtskanal eintritt und ein positives Momentum hat. "Was gestern gut lief, läuft auch morgen gut". Wie die Bilanz aussieht und was das Unternehmen produziert ist ihm egal.

Der Portfolio-Analyst glaubt an die Effizienz der Märkte. Er glaubt, dass alle vorhandenen Informationen bereits in den Kursen eingepreist sind. Es gibt keine unterbewerteten Aktien; der Preis ist gerechtfertigt. Daher lautet sein Credo nicht einzelne Aktien herauszupicken, sondern möglichst viele Aktien zu kaufen um somit an der Entwicklung des gesamten Aktienmarktes teilzuhaben. Um die Zusammenstellung seines Aktiendepots (Portfolio) optimal zu gestalten, ist er bemüht, jene Aktien zusammenzupacken, die nicht nach dem gleichen Muster laufen um so sein Portfolio bezüglich Regionen und Sektoren möglichst breit aufzustellen (Diversifikation).

Goldene Regeln für Aktienanleger

Die 5 goldenen Regeln zum Aktienerfolg

Bevor wir uns den verschiedenen Methoden zuwenden um gute Aktien aufzuspüren, möchten wir 5 "goldene Regeln" erwähnen, die Sie als Aktienanleger unbedingt einhalten sollten, um nicht unvorsichtig und leichtsinnig Ihr Geld zu verspielen:

Golden Rule Bar-B-Q 12

Weiterlesen: Goldene Regeln für Aktienanleger

Welche Aktien kaufen?

Aktien kaufen! Aber welche?

Aktien sind daher eine so beliebte Anlage, weil sie ein überdurchschnittliches Gewinnpotential bieten. Während Anleihen zum Kurs von 100% zurückbezahlt werden, kann sich eine Aktie in der Zwischenzeit verzehnfachen, oder auch 99% an Wert verlieren. Aktien unterliegen hohen Schwankungen und sind daher eine risikoreiche Anlage, die sich nur für erfahrene Investoren mit langem Atem lohnen. Es ist genau so einfach mit Aktien Geld zu verdienen, wie mit Aktien Geld zu vernichten! Wenn Sie also das tägliche auf und ab an den Börsen nicht aushalten, sollten Sie erst gar nicht in Aktien investieren!

   

Beispiel: Solarworld Aktie
Die Aktie von Solarworld stieg von 0.25 EUR im Jahr 2003 auf 47.95 EUR im Jahr 2007. Das entspricht einer Rendite von +19000%! Doch den richtigen Ausstiegszeitpunkt verpassten wohl die meisten Anleger, denn seit dem Höchststand von 47.95 EUR im 2007 sank die Aktie wieder zurück auf 2.56 EUR Ende 2011. Dies entspricht einem Verlust von -95% für den armen Kerl, der bei 47.95 EUR noch gekauft hat.

Darüber welche Aktie gekauft werden soll und wie mit Aktien Geld verdient werden kann, gibt es zahlreiche Philosophien und Anlagestrategien. Grundsätzlich gibt es so viele Ansätze wie Anlageberater. Jeder Börsenbrief und jeder Portfolio Manager hat seine eigenen Grundsätze. Dabei gibt es kein todsicheres Geheimrezept um mit Aktien Geld zu verdienen. Sonst würden ja alle Marktteilnehmer nach diesem Rezept handeln! Auch dürfen die hier beschriebenen Strategien nicht isoliert betrachtet werden. Keine ist die einzig wahre! Sie werden in der Praxis oft kombiniert und individuell verfeinert. Grundsätzlich kann mit jeder der Strategien Geld verdient werden – oder auch vernichtet werden. Der Grundstein zum Anlageerfolg ist, dass Sei überhaupt eine Strategie haben und sich daran halten!

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Arten von Aktien

Welche Aktienarten gibt es?

Das heutige Aktienrecht überlässt es der Aktiengesellschaft, ob sie alle Aktionäre gleich behandelt (Prinzip der Einheitsaktie) oder an unterschiedliche Aktionäre unterschiedliche Aktien ausgibt. Dabei gibt es verschiedenen Aktiengattungen und Unterscheidungen die wir hier erläutern:

  

  

1. Unterscheidung nach Stimmrecht (Stammaktien und Vorzugsaktien)

Eine Stammaktie (engl. voting share oder common stock) ist mit Stimmrechten ausgestattet. Sie können also an der Hauptversammlung abstimmen oder Ihr Veto einlegen und damit direkt in die Führung des Unternehmens eingreifen. Das ist vor allem für Grossanleger interessant, die über genügend Stimmrechte verfügen um Einfluss auszuüben.

Vorzugsaktien enthalten keine Stimmrechte, ergo können Sie auch nicht mitentscheiden. Dafür erhalten Sie in der Regel als Ausgleich eine leicht höhere Dividende. Der Kleinanleger gibt daher der Vorzugsaktie den Vorzug, daher der Name.

In der Schweiz gibt es zusätzlich den Partizipationsschein (auch Genussschein), der über kein Stimmrecht und gegenüber der Stammaktie auch keinen Vorrang hat. Der Schein ermöglicht einzig eine Art der Partizipation (des Genusses) der Dividendenzahlung der Gesellschaft. Erwähnenswert ist vor allem der Genussschein von Roche, welcher einer der meistgehandelten Schweizer Werte darstellt.

  

  

2. Unterscheidung nach Übertragbarkeit: (Inhaberaktien und Namensaktien)

Eine weitere Unterscheidung wird bezüglich der Übertragbarkeit der Aktie getroffen. Dieses Relikt kommt aus einer Zeit, als Aktien noch als Zertifikate aus Papier den Besitzer wechselten. Dabei bot die Namenaktie (engl. registered share) eine erhöhte Sicherheit, da zur Übertragung von Besitz und Recht auf eine andere Person neben der Übergabe des Papiers auch ein Eintrag des Aktionärs im Aktionärsregister der Gesellschaft erforderlich war. Noch heute ist es so, dass zur Ausübung der Rechte (z.B. Stimmrecht) ein Eintrag im Aktienregister notwendig ist, wobei dies auf elektronischem Weg innert Kürze möglich ist.

Daneben stehen die Rechte der Aktie bei der Inhaberaktie (engl. bearer shares) dem Inhaber zu, welcher die Aktie zur Zeit besitzt. Sie ist die übliche Form der Aktie, welche leicht übertragen werden kann.

Als Besonderheit ist noch die vinkulierte Namenaktie zu erwähnen, bei der die Aktiengesellschaft Aktionären den Eintrag ins Aktienregister unter bestimmten Umständen verweigern kann. Dies wird unter anderem gemacht um die Kontrolle von wichtigen nationalen Unternehmen durch ausländische Aktionäre zu verhindern. So zum Beispiel bei Aktien der Deutschen Lufthansa.

Stammaktien und Vorzugsaktien können sowohl als Namenaktien oder als Inhaberaktie ausgegeben werden.

  

  

3. Unterscheidung nach Ausgabezeitpunkt (Junge und alte Aktien)

Benötigt eine Aktiengesellschaft mehr Kapital und führt dazu eine Kapitalerhöhung durch, werden neue Aktien ausgegeben. Diese neuen Aktien werden Junge Aktien genannt.

Alte Aktien sind jene, die schon vor der Kapitalerhöhung bestanden. Damit die Inhaber der alten Papiere keine Verwässerung ihres Unternehmensanteils hinnehmen müssen, erhalten sie als Ausgleich Bezugsrechte, die sie entweder verkaufen oder aber zum Erwerb von Jungen Aktien verwenden können.

  

  

4. Unterscheidung nach Unternehmensanteil (Nennwert- und Stückaktien)

Die Nennbetragsaktie oder Nennwertaktie ist eine Form der Aktie, die über einen festen Nennwert am Grundkapital einer AG darstellt. Stückaktien dagegen haben keinen Nennwert und dementsprechend ist in der Satzung der Gesellschaft nur die Anzahl der Aktien definiert. Im Schweizer Aktienrecht sind Aktien ohne Nennwert nicht zulässig. Der Nennwert muss mindesten 1 Rappen betragen.

  

  

5. Unterscheidung zwischen Hinterlegungsschein und Aktien (ADR Schein & GDR Schein)

Um Aktionären den Zugang zu Aktien aus exotischen Ländern wie Russland, Brasilien oder China zu erleichtern, wurde das American Depositary Receipt (ADR) geschaffen. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um Aktien, sondern um ein Zertifikat, das von einer US-Bank ausgestellt ist, welche die zugrundeliegenden Aktien in Verwahrung genommen hat. Ein ADR repräsentiert in der Regel einen Bruchteil einer Aktie, kann aber auch einer oder mehreren Aktien entsprechen. Ein ADR wird an der Börse wie eine normale Aktie gehandelt und zahlt Dividende.

Beispiel: Der Gazprom ADR, verkörpert 2 Gazprom Aktien und ermöglicht es Anlegern Gazprom in USD an der New Yorker Börse zu kaufen, oder in EUR an der Börse Frankfurt.

Die globale Version des Hinterlegungsscheins ist das Global Depositary Receipt (GDR). Es ist ebenfalls ein Zertifikat, das eine Aktie (oder ein Bruchteil) abbildet und das Recht auf Dividende einräumt. Durch diese Abbildung wird ein ausländisches Wertpapier zu einem einheimischen, was Investoren, die an Auflagen gebunden sind, den Zugang zu diesen Werten vereinfacht. Zudem öffnet die Ausgabe von GDR's dem Unternehmen den Zugang zum westlichen Kapitalmarkt.

Beispiel: Das GDR von Rosneft Oil Company verkörpert 1 Rosneft Aktie und ermöglicht den Handel in USD und EUR über New York und Frankfurt.

Was sind Aktien?

Was ist eine Aktie?

Definition Aktien: Eine Aktie ist ein Wertpapier. Aktien sind Anteile am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Die AG ist eine Unternehmensform, die sich vor allem für grosse Unternehmen eignet, weil über die Ausgabe von Aktien an einer Börse viel Kapital beschafft werden kann. Zudem ist die AG eine eigene Rechtspersönlichkeit, was bedeutet, das im Konkursfall nur das Aktienkapital aber nicht das private Vermögen der Geschäftsführer haftet.

 

Wörterbuch

AG

Abkürzung für Aktiengesellschaft

Equity

Share

Stock

Englische Bezeichnungen für Aktie

Action

Französisch für Aktie

Azione

Italienisch für Aktie

  

Beispiel: Zur Zeit des Eisenbahnbooms um das Jahr 1850, war der Bau einer neuen Bahnlinie mit hohen Kosten und unternehmerischen Risiko verbunden. Da niemand im eigenen Namen ein so grosses Projekt allein stemmen wollte, taten sich verschiedene Investoren zusammen und gründeten eine Eisenbahn-Aktiengesellschaft. Weil damit ein grosses Geschäft winkte, fanden sich genügend Aktionäre, gleichzeitig konnten die Kosten und das Risiko auf verschiedene Schultern verteilt werden.

  

Aktien-Handel und Rechte von Aktien

Wird die Aktie an einer Börse gehandelt, kann sie dort zum aktuellen Kurs gekauft werden. Der Aktienkurs bewegt sich ständig und wird von Angebot und Nachfrage getrieben. Mit dem Kauf einer Aktie erhalten sie u.a. folgende Rechte: Recht auf Gewinnausschüttung (Dividende), Recht auf Anteil am Aktienkapital des Unternehmens und Recht am Liquidationserlös im Konkursfall. Die Aktie von einem Unternehmen wird also in der Erwartung gekauft, dass a) in Zukunft stabile oder steigende Dividendenausschüttung erfolgen, und dass b) Gewinn und Umsatz der AG gesteigert werden können und somit der Aktienkurs steigt.

  

Rechenbeispiel:
Sie kaufen 100 Nestlé Aktien zum Kurs von 50 Schweizerfranken. Für das laufende Jahr erwarten Sie je Aktie eine Dividende von 2 CHF sowie ein Wertzuwachs von 50 auf 60 CHF. Nach einem Jahr stellt sich heraus, dass Ihre Prognose genau so eingetroffen ist und Sie verkaufen die Aktien und lösen 6000 CHF. Unter dem Jahr haben Sie bereits eine Dividendenzahlung von 200 CHF erhalten. Damit haben Sie mit der Nestlé Aktie 1200 CHF verdient, was einer Rendite von +24% auf dem investierten Kapital von 5000 CHF entspricht.

  

Aktionärsversammlung

Wenn Sie Aktien kaufen, werden Sie zum Aktionär und somit zum Mit-Inhaber eines Unternehmens. Allen Aktionären zusammen gehört das Unternehmen nämlich. Sie kommen einmal jährlich zur Aktionärsversammlung (auch Generalversammlung, Hauptversammlung) zusammen und bestimmen über die Zukunft des Unternehmens. Das geschieht in einer demokratischen Abstimmung: Jede Aktie hat eine Stimme. Wer nicht zur Aktionärsversammlung erscheint, kann seine Stimme auch schriftlich abgeben. Als Inhaber ist die Aktionärsversammlung die höchste Instanz in einer Aktiengesellschaft. Die Aktionäre bestimmen an der Versammlung mitunter folgende Punkte:

• Genehmigung der Jahresrechnung und Budget

• Wahl des Vorstands (auch Verwaltungsrat)

• Höhe der Dividende

• Strategie, Übernahmen, Kapitalerhöhungen und weitere Punkte.

  

Rechenbeispiel:
Angenommen Sie kaufen 100 Apple Aktien zum Kurs von 400$ pro Aktie. Das kostet Sie 40'000$. Damit werden Sie zum Mitinhaber von Apple und besitzen 100 von total 929'409'000 Aktien des Konzerns. Also gehört Ihnen 100/929'409'00 oder 0.00001% von Apple.

  

Wenn Sie viel Geld haben oder Aktien von einem kleinen Unternehmen kaufen, das nur wenige Aktien im Umlauf hat, können Sie Mehrheitsaktionär werden. Wenn Ihnen 50% plus 1 Aktie gehören, sind sie der Mehrheitsaktionär und können an der Aktionärsversammlung die anderen Aktionäre immer überstimmen. Sie kontrollieren damit das Unternehmen und können faktisch im Alleingang über die Strategie, Dividende und Zusammensetzung des Vorstands entscheiden. Meist sind es finanzkräftige Investoren die aus strategischen Gründen eine Mehrheitsbeteiligung aufbauen. Zum Beispiel wenn ein grossen Unternehmen ein kleines übernehmen will oder wenn der Staat aus Landesinteressen eine Unternehmensbeteiligung hält. Sollten Sie persönlich auf die Idee kommen eine Mehrheitsbeteiligung aufzubauen, müssen Sie die Meldevorschriften beachten. Je nach Land und Börsengesetz sind Beteiligungen an börsengehandelten Aktien an die Finanzaufsicht zu melden, sobald sie z.B. mehr als 3% der Aktien kontrollieren. Dafür müssten Sie aber schon über einige duzend Millionen aufbringen...

 

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