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AktienArten von Aktien

Arten von Aktien

Welche Aktienarten gibt es?

Das heutige Aktienrecht überlässt es der Aktiengesellschaft, ob sie alle Aktionäre gleich behandelt (Prinzip der Einheitsaktie) oder an unterschiedliche Aktionäre unterschiedliche Aktien ausgibt. Dabei gibt es verschiedenen Aktiengattungen und Unterscheidungen die wir hier erläutern:

  

  

1. Unterscheidung nach Stimmrecht (Stammaktien und Vorzugsaktien)

Eine Stammaktie (engl. voting share oder common stock) ist mit Stimmrechten ausgestattet. Sie können also an der Hauptversammlung abstimmen oder Ihr Veto einlegen und damit direkt in die Führung des Unternehmens eingreifen. Das ist vor allem für Grossanleger interessant, die über genügend Stimmrechte verfügen um Einfluss auszuüben.

Vorzugsaktien enthalten keine Stimmrechte, ergo können Sie auch nicht mitentscheiden. Dafür erhalten Sie in der Regel als Ausgleich eine leicht höhere Dividende. Der Kleinanleger gibt daher der Vorzugsaktie den Vorzug, daher der Name.

In der Schweiz gibt es zusätzlich den Partizipationsschein (auch Genussschein), der über kein Stimmrecht und gegenüber der Stammaktie auch keinen Vorrang hat. Der Schein ermöglicht einzig eine Art der Partizipation (des Genusses) der Dividendenzahlung der Gesellschaft. Erwähnenswert ist vor allem der Genussschein von Roche, welcher einer der meistgehandelten Schweizer Werte darstellt.

  

  

2. Unterscheidung nach Übertragbarkeit: (Inhaberaktien und Namensaktien)

Eine weitere Unterscheidung wird bezüglich der Übertragbarkeit der Aktie getroffen. Dieses Relikt kommt aus einer Zeit, als Aktien noch als Zertifikate aus Papier den Besitzer wechselten. Dabei bot die Namenaktie (engl. registered share) eine erhöhte Sicherheit, da zur Übertragung von Besitz und Recht auf eine andere Person neben der Übergabe des Papiers auch ein Eintrag des Aktionärs im Aktionärsregister der Gesellschaft erforderlich war. Noch heute ist es so, dass zur Ausübung der Rechte (z.B. Stimmrecht) ein Eintrag im Aktienregister notwendig ist, wobei dies auf elektronischem Weg innert Kürze möglich ist.

Daneben stehen die Rechte der Aktie bei der Inhaberaktie (engl. bearer shares) dem Inhaber zu, welcher die Aktie zur Zeit besitzt. Sie ist die übliche Form der Aktie, welche leicht übertragen werden kann.

Als Besonderheit ist noch die vinkulierte Namenaktie zu erwähnen, bei der die Aktiengesellschaft Aktionären den Eintrag ins Aktienregister unter bestimmten Umständen verweigern kann. Dies wird unter anderem gemacht um die Kontrolle von wichtigen nationalen Unternehmen durch ausländische Aktionäre zu verhindern. So zum Beispiel bei Aktien der Deutschen Lufthansa.

Stammaktien und Vorzugsaktien können sowohl als Namenaktien oder als Inhaberaktie ausgegeben werden.

  

  

3. Unterscheidung nach Ausgabezeitpunkt (Junge und alte Aktien)

Benötigt eine Aktiengesellschaft mehr Kapital und führt dazu eine Kapitalerhöhung durch, werden neue Aktien ausgegeben. Diese neuen Aktien werden Junge Aktien genannt.

Alte Aktien sind jene, die schon vor der Kapitalerhöhung bestanden. Damit die Inhaber der alten Papiere keine Verwässerung ihres Unternehmensanteils hinnehmen müssen, erhalten sie als Ausgleich Bezugsrechte, die sie entweder verkaufen oder aber zum Erwerb von Jungen Aktien verwenden können.

  

  

4. Unterscheidung nach Unternehmensanteil (Nennwert- und Stückaktien)

Die Nennbetragsaktie oder Nennwertaktie ist eine Form der Aktie, die über einen festen Nennwert am Grundkapital einer AG darstellt. Stückaktien dagegen haben keinen Nennwert und dementsprechend ist in der Satzung der Gesellschaft nur die Anzahl der Aktien definiert. Im Schweizer Aktienrecht sind Aktien ohne Nennwert nicht zulässig. Der Nennwert muss mindesten 1 Rappen betragen.

  

  

5. Unterscheidung zwischen Hinterlegungsschein und Aktien (ADR Schein & GDR Schein)

Um Aktionären den Zugang zu Aktien aus exotischen Ländern wie Russland, Brasilien oder China zu erleichtern, wurde das American Depositary Receipt (ADR) geschaffen. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um Aktien, sondern um ein Zertifikat, das von einer US-Bank ausgestellt ist, welche die zugrundeliegenden Aktien in Verwahrung genommen hat. Ein ADR repräsentiert in der Regel einen Bruchteil einer Aktie, kann aber auch einer oder mehreren Aktien entsprechen. Ein ADR wird an der Börse wie eine normale Aktie gehandelt und zahlt Dividende.

Beispiel: Der Gazprom ADR, verkörpert 2 Gazprom Aktien und ermöglicht es Anlegern Gazprom in USD an der New Yorker Börse zu kaufen, oder in EUR an der Börse Frankfurt.

Die globale Version des Hinterlegungsscheins ist das Global Depositary Receipt (GDR). Es ist ebenfalls ein Zertifikat, das eine Aktie (oder ein Bruchteil) abbildet und das Recht auf Dividende einräumt. Durch diese Abbildung wird ein ausländisches Wertpapier zu einem einheimischen, was Investoren, die an Auflagen gebunden sind, den Zugang zu diesen Werten vereinfacht. Zudem öffnet die Ausgabe von GDR's dem Unternehmen den Zugang zum westlichen Kapitalmarkt.

Beispiel: Das GDR von Rosneft Oil Company verkörpert 1 Rosneft Aktie und ermöglicht den Handel in USD und EUR über New York und Frankfurt.

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