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NewsErdöl Preisprognose - Wohin gehen die Erdölpreise?

Erdöl Preisprognose - Wohin gehen die Erdölpreise?

Erdöl Preis PrognoseErdöl ist nach wie vor der wichtigste Energieträger und wird nebst der Produktion von Benzin, Diesel und Heizöl auch zur Herstellung zahlreicher Plastik- und Chemiestoffe benötigt. Der Erdölpreis ist deshalb für Konsumenten wie Produzenten sehr wichtig und hat grossen Einfluss auf die Inflation und Gewinnspannen im Rohstoff-Business.

Eine exakte Erdölprognose zu treffen ist aufgrund der vielen Einflussfaktoren gar nicht möglich. Grundsätzlich wird auch dieser Markt von Angebot und Nachfrage getrieben. Die Nachfrage-Seite ist eher kalkulierbar: Während die Industrieländer aufgrund von höherer Energieeffizienz eher weniger benötigen, haben China und Indien Jahr für Jahr mehr Appetit. Die Nachfrage tendiert aber seitwärts auf hohem Niveau, einzige Überraschungen kommen vom Wetter, das auf der Nordhalbkugel immer mal wieder für mehr Heizölbedarf sorgen kann.

Die Angebotsseite ist etwas weniger berechenbar. Einerseits gibt es das OPEC-Kartell, in dem die „Old-School“ der Ölförderländer die Fördermenge abspricht. Problematisch sind aber zwei Dinge: 1. gehören mit den USA und Russland zwei der grössten Produzenten nicht dazu und 2. hält sich keiner der Länder daran, da jedes Land selber dringend auf Deviseneinnahmen angewiesen ist.

Die nun gehandelten Preise um die 50 USD das Fass Erdöl sind derweil weder für die US-Fracking-Industrie noch für erdölexportierende Länder wie Saudi Arabien, Nigeria oder Venezuela wirklich zufriedenstellend. Für etwas Entlastung im Budget sorgen einzig der stärkere USD, was einer Erdölpreissteigerung in Lokalwährung nachkommt. Bei den US-Frackern kommen Effizienzgewinne hinzu. Doch so richtig viel Gewinn kann auf dem Niveau nicht erreicht werden.

Angebot und Nachfrage halten sich also in einem sehr fragilen Markt gerade so die Waagschale. Aufgrund des guten Wirtschaftswachstum dürfte die Nachfrage in den nächsten Jahren etwas zulegen. Doch wahrscheinlich auch das Angebot. Das Öl geht uns für ein Weilchen noch nicht aus, dafür sorgen unter anderem auch neue Rekord-Funde in Nord-Alaska (Repsol) und in den USA (Wolfscamp der Pioneer Resources). Dazu kommt: Steigen die Preise in Richtung 60-70 USD dürfte sofort eine deutliche Zunahme der aktiven Förderanlagen in den USA zu beobachten sein, wenn sich diese Anlagen plötzlich wieder rechnen; das Angebot steigt, die Preise dürften wieder gegen unten korrigieren.

Langfristig interessant ist, wie viel Treibstoff durch Elektrizität ersetzt werden kann. Statt von Peak Oil (Fördermaximum) spricht man nun eher von Peak Demand (Nachfragemaximum) von dem aus der weltweite Bedarf zurückgeht. Doch auch die Fördermengen der bestehenden Felder gehen kontinuierlich zurück und neue Anlagen kommen aufgrund der Sparmassnahmen im Sektor erst mit Verzögerung an den Start. Es dürfte also sowohl für die Erdölindustrie als auch für Anleger von höchstem Interesse sein, dass auch in Zukunft ein stabiles Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage am Erdölmarkt herrscht.

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