Die Schlagzeilen über Nullgebühren Exchange Traded Funds machten jüngst die Runde. Was davon zu halten ist und was es für Anleger bedeutet. Gebührenfreie Fonds mischen den Markt auf. Davon profitieren Anleger, denn die Preise für Fonds sind sowieso in Bewegung – nach unten.

Das amerikanische Fondshaus Fidelity hat Anfang August zwei "Nullgebühren"-Fonds lanciert. Innerhalb nur eines Monats zogen der "Zero Total Market Index Fund" (Ein-Monats-Performance: +2,4 Prozent) und der "Zero International Index Fund" (-1 Prozent) zusammen eine Milliarde Dollar an. Beides sind Exchange Traded Funds, also ETF, die Indizes nachbilden und keine Fondsleitung haben, die aktiv Wertpapiere und Anlagen aussuchen, zusammenstellen sowie zu- und bei Bedarf verkaufen. Dadurch sind sie billiger als eben jene als "aktiv" bezeichneten Fonds.

Fidelity ist traditionell ein Grossanbieter aktiver Fonds und will sich nun im wachsenden Markt für die passiv verwalteten ETF breitmachen. Mit einem Nullgebühren-Angebot lässt sich dabei besonderes Aufsehen erregen, was mit der Lancierung der Fonds auch gelang.

Andere grosse ETF-Anbieter wie Blackrock oder Vanguard haben Gebühren für passive Produkte ebenfalls gesenkt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt. Ob die Fidelity-Konkurrenten und auch Anbieter ausserhalb der USA nun im grossen Stil gebührenfreie ETF anbieten, ist noch nicht absehbar.

Fidelity selbst nimmt ein Verlustgeschäft mit den Gratis-ETF in Kauf, verfolgt aber noch andere Absichten. Ein Hintergrund von Fidelitys "Zero-ETFs" ist das Marketing, denn Investoren sollen über die Gratis-Fonds zum Kauf anderer, gebührenpflichtiger Fonds gebracht werden. Die Zero-Produkte können zudem im Moment nur in den USA und nur über Fidelity-Broker erworben werden. Fidelity selbst spart Kosten, weil die Nullgebühren-Produkte auf eigenen Indizes beruhen und keine Fremdanbieter bezahlt werden müssen. Zudem kann das Fondshaus die passiven Vehikel bestimmten Anlegern für Short-Geschäfte ausleihen und auf diese Weise anderweitig Einnahmen erzielen.

Es gibt schon seit einiger Zeit Fonds, die dank Gutschriften an die Kunden de facto keine oder ganz tiefe Gebühren aufweisen. Dass "Null" nicht gleich null ist, zeigt auch der ETF-Anbieter Horizons, der einen "no-fee"-Fonds aufgelegt hat. Bei genauem Hinsehen weist er doch Gebühren auf, denn Horizons gestaltet diese Vehikel als Fund-of-Funds aus und verrechnet gewisse Kosten der zugrundeliegenden Fonds.

Ein Kostenkampf ist im Gange

Der Hype um echte oder vermeintliche Gratis-ETF, wie er gerade vor allem in englischsprachigen Ländern um sich greift, hat aber noch eine andere, wichtige Bedeutung: Er sagt etwas aus über die Preisentwicklung in der Fondswelt.

"In den USA sind die Preise schon länger unter Druck", sagt Claudine Sydler vom ETF-Spezialisten Hinder Asset Management. Die Total Expense Ratio (TER) für die günstigsten ETFs auf den S&P500 betrage in den USA vier Basispunkte, also 0,04 Prozent. Dies habe Folgen: "Auch in Europa versuchen die Anbieter immer mehr, sich bei den Gebühren zu unterbieten."

In der Schweiz betrügen die Kosten auf einem gängigen Index derzeit etwa 10 Basispunkte. "Das ist auch schon günstiger als noch vor kurzem." Man sehe auch, dass Mittel in die günstigeren Angebote flössen, sagt Sydler. Die Preise würden auch in Europa generell noch weiter sinken.

Grosse Anbieter im Vorteil

Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz können problemlos in günstigere ausländische ETF investieren: Gerade ETF, und durchaus auch aktive Fonds, werden für Investments in anderen Ländern oft Einzelaktieninvestments gegenüber bevorzugt, weil sie den Zugang zu einem Markt erleichtern. Bei US-ETF und -Fonds muss allerdings berücksichtigt werden, dass es einige Tücken bei der Besteuerung zu beachten gibt.

Kostenfreie Fidelity-Fonds heizen den Preiskrieg weiter an

Dass in der Schweiz ETF im Schnitt noch teurer sind als in den USA hat damit zu tun, dass der Markt hierzulande von den beiden Anbietern UBS und der zu Blackrock gehörenden Gesellschaft iShares dominiert wird. ETF generell sind für die Anbieter ein skalierbares Geschäft, sie rechnen sich also mit wachsendem Volumen. Nach Einschätzung von Markus Fuchs, dem Geschäftsführer des Schweizer Asset-Management und Fondsverbands SFAMA, werden im Preiskampf vor allem die grossen Anbieter überleben.

Aktive Fonds müssen reagieren

Dass ETF immer billiger werden, beschäftigt auch die Welt der aktiven Fonds. Die Total Expense Ratio beträgt oft um 1,5 Prozent, also sind die Kosten für die Anleger deutlich höher als bei ETF. "Die Preisentwicklung bei den ETF regt auch im aktiv gemanagten Fondsgeschäft die Diskussionen an", sagt SFAMA-Direktor Fuchs.

Auch die Kosten für aktive Fonds sinken, wie Beobachtungen etwa von Vergleichsplattformen wie Moneyland.ch deutlich machen. Um noch günstiger zu werden, muss aber erst ein brancheninternes Problem gelöst werden, sagt Fuchs: Die Industrie müsse noch eine Antwort darauf finden, wie sie mit den Vertriebskosten umgehen wolle. Vertriebskosten machten oft über 50 Prozent der Verwaltungs- oder Managementgebühren aus und bilden damit einen erheblichen Kostenblock.

Andere Bestandteile der Managementgebühren wie die Kosten für den Asset Manager oder die Administrationskosten wurden von den Banken teilweise ausgelagert und oft reduziert. "Wird man auch die Vertriebsgebühren senken oder gar von den Verwaltungsgebühren separieren können, wird dies wieder zu einer besseren Vergleichbarkeit mit passiven Fonds und ETF führen. Denn bei diesen sind in den Verwaltungsgebühren keine Vertriebskosten enthalten", sagt Fuchs.

(Quelle: Cash.ch)

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